Kunstlicht für das Humboldt Forum in Berlin

Alexander von Humboldt betrieb beeindruckende Forschungen, von denen wir heute noch profitieren. Auf seinen Forschungsreisen erkannte und studierte er ethnische, kulturelle und sprachliche Besonderheiten und begann das Entdeckte stets penibel zu vermessen. Er war ein „Natur-Wissenschaftler“ im ursprünglichen Sinne des Wortes.

Das heutige Humboldtforum, das sich selbst nicht als Museum begreift, sondern vielmehr als „Forum“ des kulturellen Austauschs versteht, wurde nach mehreren Teileröffnungen im Herbst 2022 komplett für den Publikumsverkehr geöffnet.

Die Beleuchtung für die öffentlichen Bereiche, die Ausstellungsräume, Vitrinen und die Außenräume inklusive der Fassaden zu planen und deren Realisierung im Auftrag von Lichtvision Design GmbH zu begleiten, erforderte zunächst die wechselvolle Geschichte des Ortes über die Epochen näher zu ergründen. Entstanden auf einem schwierigen Baugrund, dort wo jüngst der Palast der Republik und davor das Berliner Stadtschloss stand, regt es nicht nur bei Berlinern die Gemüter auf unterschiedliche Weise. So finden sich im Haus einige „Spuren“ der Vergangenheit, Exponate die diesen Ort auszeichneten oder bei Ausgrabungen hier gefunden wurden.

Die „Spuren – Vitrinen“ waren nur ein Element, welches ich als Projektleiterin für Lichtvision Design sieben Jahre lang mit viel Herzblut mitgeplant und dessen Realisierung begleitet habe.

Die Außenbereiche, wie der Schlüterhof oder der Schlossplatz, die fünf Portale und die Anstrahlung der Fassaden waren ein großer Planungsbereich. Viel Fingerspitzengefühl bedurfte es für die Ausstellungsflächen, für die es ein System aus Allgemein- und Akzentbeleuchtung mittels rund 3.300 Stromschienenstrahlern gibt, als auch eine miniaturisierte, Vitrinen-integrierte Beleuchtung aus weiteren ca. 6.700 Magnetschienenstrahlern, linearen Tischbügelleuchten, Schubkasten integrierten Leuchten und Miniatur-Downlights, sowie flächig hinterleuchteten Bodengrafiken und Sonderleuchten.

Bei den Vitrinen standen neben den konservatorischen Parametern vor allem eine gebührende Inszenierung der zahlreichen Exponate aus den verschiedene Sammlungen im Vordergrund.

Das New Yorker Architekturbüro Ralph Appelbaum Associates konzipierte die Ausstellung, die Architektur des Gebäudes die „Franco Stella Humboldt-Forum Projektgemeinschaft“ mit den Büro‘s Hilmer & Sattler und Albrecht und Baumanagement Berlin, einer Tochtergesellschaft von gmp-Architekten. Die Wang Shu Ausstellung wurde durch das Büro Scala Berlin gestaltet.